Zeitungsberichte/Mitteilungen 2006
NIEDERWILER
STIERENBERG: Wo die Gäste auch mal abwaschen
Das Restaurant auf dem Niederwiler Stierenberg ist denkbar einfach eingerichtet.
Warme Speisen sucht man vergebens auf der Karte – dafür findet
man in der kleinen Gaststube umso mehr Geselligkeit und Gemütlichkeit.
Zum Panoramablick feines Fleisch
Bei regnerischem Wetter kann Ueli Walker nicht allzuviele Gäste
willkommen heissen: In der Gaststube des Bergrestaurants Stierenberg
hats gerade mal Platz für drei Tische. Oder, anders gesagt, mit
20 Gästen platzt der Raum bereits aus allen Nähten. Im Sommer
ists kein Problem, die grosse Terrasse nimmt locker 50 Personen auf.
«Und im Winter oder wenns regnet, verirren sich sowieso nicht
so viele Leute auf den Stierenberg», sagt der Wirt.
Ein echter Kuhhirt
Seit 15 Jahren wohnt Ueli Walker auf dem Niederwiler Stierenberg, Er
ist von der örtlichen Alpgenossenschaft als Hirte angestellt: Jeweils
von Ende Mai bis am Bettag im September überlassen ihm die Landwirte
der Genossenschaft ihr Vieh zur Sömmerung. Heuer kümmert sich
Walker um 67 Rinder und sechs Kühe mit ihren Kälbern. Ab Oktober
ist er dann allein auf dem Berg. Aber langweilig werde es ihm nie, betont
der 50-Jährige. «Im Winter habe ich Zeit, die Zäune
zu erneuern, Pfähle zu setzen und Brennholz für die Heizung
zu beschaffen.»
Kaffee im Thermoskrug
Und dann ist da natürlich die Beiz, die er übers ganze Jahr
geöffnet hat. So sei er nur selten wirklich allein, sagt Ueli Walker.
«Ein guter Teil meiner Stammgäste kommt fast täglich
und bei jedem Wetter auf einen Schwatz vorbei.» Meist sorgt er
alleine fürs Wohl seiner Gäste, im Sommer greift ihm auch
mal eine Kollegin unter die Arme.
Das Haus, in dem Ueli Walker wohnt und
seine Gäste bewirtet, ist denkbar einfach eingerichtet. Auf der
einen Längsseite der schmalen Gaststube ist auch gleich ein Grossteil
der Küche untergebracht: Ein zweiflammiger Gaskocher, ein Spülbecken
und ein langes Bord, auf und unter welchem das Getränkesortiment
verstaut ist. Der – gasbetriebene – Kühlschrank befindet
sich gleich beim Eingang, eine Kaffeemaschine besitzt Walker nicht.
«Am Morgen koche ich Kaffee auf dem Gaskocher, dann halte ich
ihn in einer Thermoskanne warm», sagt er. Das Haus ist keinem
Stromnetz angeschlossen, sechs Solarpanels auf dem Dach produzieren
grade genügend Strom fürs Licht und das Radiogerät.
So präsentiert sich auch die Speisekarte des Restaurant Stierenberg
einfach: Es gibt Hobelkäse, Speck, Chutzen- oder Chämiwurst,
dazu Brot und Zwiebeln. Warme Speisen oder Sachen, für die Walker
viel Geschirr benötigen würde, liegen nicht drin.
Das stört auf dem Niederwiler Stierenberg
niemanden – Walkers Gästen ist es offensichtlich wohl, und
wenn es viel zu tun gibt, steht auch mal ein Gast spontan auf, räumt
die Tische ab oder hilft beim Abwaschen.
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Der Niederwiler Stierenberg liegt ungefähr
20 Wanderminuten östlich der Passhöhe Balmberg auf 1174 Meter
über Meer. Öffnungszeiten: Werktags ab 13 Uhr, sonntags ab
10 Uhr. Ruhetag ist jeweils am Freitag.
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Wandertipp
Der kürzeste Weg auf den Niederwiler
Stierenberg ist jener von der Passhöhe auf dem Balmberg her. «Aber
der schönste und abwechslungsreichste Wanderweg führt von
Welschenrohr her», sagt Ueli Walker. Er sei nicht ganz einfach
zu finden, fügt er an. Vom Mülacher in Welschenrohr müsse
man den Weg Richtung Schitterwald einschlagen und gleich bei Waldeingang
nach links zum Schofbach abzweigen. «Von da aus gehts durch eine
wunderschöne Schlucht, dann im Zickzack bis fast zur Passhöhe
hinauf.» Nur ein paar wenige Meter müsse man auf der Passstrasse
zurücklegen, bevor man nach links zum Stierenberg abbiegt.
Solothurner Tagblatt, 04.08.06
Wirren ums Kurhaus
Die Geschichte um das Kurhaus auf dem Balmberg wird immer verworrener:
Ist jetzt etwa doch ein Käufer in Sicht?
Am 3. Januar 2007 werde das Kurhaus mit neuen Pächtern wieder
öffnen: Dies vermeldete letzten Freitag die «Solothurner
Zeitung». Doch jetzt ist schon wieder alles anders. Im letzten
Moment habe ihm Besitzer Rolf Eichenberger gesagt, dass eine Pacht doch
nicht möglich sei, sagte «Fast-Pächter» Beat Zimmermann
gestern auf Anfrage. Es sei nun doch ein Käufer aufgetaucht, habe
Eichenberger das plötzliche Aus begründet.
Dieser will im Moment nichts dazu sagen, bestätigt aber, dass der
Pachtvertrag nicht zustande gekommen sei. Die Spekulationen seien schlecht
für den Balmberg. Sobald ein Vertrag unterschrieben sei, werde
er Details bekannt geben.
Zimmermann wiederum versteht zwar, dass ein Verkauf für Eichenberger
die bessere Lösung wäre. «Doch ich habe mich aufs Kurhaus
gefreut. Da steh ich nun.» Er müsse jetzt nach einer anderen
Lösung suchen, ebenso wie Denis Lemut, der mit ihm das Kurhaus
zu neuem Leben erwecken wollte. sus
Solothurner Tagblatt, 28. Dezember 2006
Balmberg: Nach über drei
Monaten soll das Kurhaus am 3. Januar wieder öffnen
Neues Jahr, neues Glück? Am 3. Januar
wird Pächter Beat Zimmermann das Kurhaus auf dem Balmberg, das
seit dem 23. September geschlossen war, wieder öffnen. Zimmermann
will auf «Chichi» verzichten und setzt stattdessen auf gutbürgerliche
Küche.
Es ist kühl auf dem Balmberg, die Bise pfeift. Der Ausblick von
der Terrasse des Kurhauses macht dies aber mehr als wett. Und ab dem
3. Januar 2007 ist dieser Ausblick auch bei einem Kaffee, einem Bierchen
oder einer Mahlzeit möglich. Beat Zimmermann hat das Kurhaus von
Besitzer Rolf Eichenberger gepachtet und erwartet nach Neujahr wieder
Gäste. «Ich bin froh, dass auf die Wintersaison hin wieder
etwas geht im Kurhaus», sagte Eichenberger gestern auf Anfrage.
«Für einen Sportort vor der Haustür ist es wichtig,
dass genügend Restaurationsmöglichkeiten bestehen.»
«Eine Nacht darüber geschlafen»
Er sei durch Zufall zum Kurhaus gekommen, sagt Beat Zimmermann. Ein
Kollege, der von Rolf Eichenberger angefragt worden sei, habe ihm erzählt,
dass das Restaurant zu haben sei. «Ich habe dann die Sache mit
Rolf Eichenberger besprochen, eine Nacht darüber geschlafen und
dann zugesagt.» Das war am Mittwoch letzter Woche, und noch siehts
im Kurhaus, das seit dem 23. September geschlossen ist, nicht gerade
gastlich aus. Auf Beat Zimmermann und seinen Partner Denis Lemut wartet
in den kommenden zehn Tagen noch viel Arbeit.
Der 52-jährige Zimmermann führt seit 1998 das Personalrestaurant
der Regiomech in Zuchwil. Zuvor war Zimmermann während 14 Jahren
Küchenchef im Restaurant Tell in Bellach. Der 26-jährige Lemut
stammt aus Solothurn, ist seit einem halben Jahr bei Zimmermann angestellt
und wird sich im Kurhaus um die Frontarbeit kümmern.
Ein Hausberg für alle
Die Abmachung zwischen Eichenberger und Zimmermann sei zwar «nicht
befristet, aber wir haben vereinbart, nach drei Monaten eine Zwischenbilanz
zu ziehen, die Situation zu analysieren und über das weitere Vorgehen
zu entscheiden», erklärte Zimmermann. An der Motivation fehlt
es nicht: «Ich bin überzeugt, dass man hier oben genügend
Umsatz generieren kann. Wenn die Leute merken, dass hier gut gearbeitet
wird, kommen sie wieder.» Das Angebot wird sich auf gutbürgerliche
Küche zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis konzentrieren.
«Die Qualität und die Portionen müssen stimmen. Wir
wollen hier oben kein <Chichi>. Wanderer, Skifahrer aber auch
Familien sollen sich im Kurhaus wohl fühlen.»
Dass am über 100-jährigen Gebäude einiges getan werden
muss, wissen Zimmermann und Lemut. «Im Moment liegt aber bloss
eine <kosmetische Sanierung> drin», sagt Lemut. «Die
Küche und die Toiletten sind allerdings in gutem Zustand»,
ergänzt Zimmermann. «Und auch die Hotelzimmer tun ihren Dienst.»
Vorerst werden sich Zimmermann und Lemut aber auf die Gaststube konzentrieren.
Den Saal im ersten Stock möchte Zimmermann dereinst in ein Selbstbedienungslokal
umbauen. «Aber im Moment gilt unsere Konzentration dem Restaurant.»
Zimmermann plant für das Kurhaus «normale» Restaurant-Öffnungszeiten.
Abends wird das Wirtshaus bis 23.30 Uhr geöffnet haben, und dies,
obwohl das letzte Postauto kurz nach 18 Uhr Richtung Unterland fährt.
«Ich werde es vorerst so ausprobieren. Die Zeit wird zeigen, ob
die Öffnungszeiten angepasst werden müssen oder nicht.»
Zimmermann glaubt aber sehr wohl an eine Abend-Kundschaft auf dem Berg:
«Das Kurhaus ist ideal für Bankette, Geschäfts- oder
Weihnachtsessen. Ein Fondue-Plausch wäre hier oben sicher gemütlich.»
Der Bellacher will vorerst übrigens nicht im Kurhaus leben. Auf
dem Berg übernachten müssen wird er voraussichtlich aber öfters,
da er nicht Auto fahren kann.
Berner Rundschau / MLZ; 22.12.2006
«So geht das nicht weiter»
Viele Emotionen bei der Budgetdebatte
Der Souverän genehmigte eine Steuererhöhung - aber weniger,
als der Gemeinderat beantragt hatte. Zugleich wurde der Auftrag erteilt,
mit dem nächsten Budget alle Sparmassnahmen und mögliche Mehreinnahmen
zu präsentieren.
«Die Inflation beträgt 1 Prozent, das Wirtschaftswachstum
2 Prozent, und wir sollen 15 Prozent mehr Steuern und 30 Prozent höhere
Wasserpreise bezahlen. Das kann nicht sein. Ich beantrage, nicht auf
das Budget einzutreten.» Urs Lüthi sprach deutliche Worte.
Zwar wurde der Nicht-Eintretensantrag abgelehnt, aber die Budgetgemeindeversammlung
in Balm bei Günsberg wurde am Donnerstagabend zu einer veritablen
«Chropflärete». Viele der 31 anwesenden Stimmbürger
fanden, dass die Leistungen abnehmen. Von der «ungenügenden»
Schneeräumung wurde gesprochen, vom Lärm von der Motocross-Bahn,
die Arbeit des Wegmachers wurde kritisiert, und immer wieder wurde über
die Baustelle auf der Balmweid gesprochen, die «unsäglich»
gewesen sei. Gemeindepräsident François Emmenegger nahm
die Kritik zur Kenntnis. «Ich gehe am Morgen zur Arbeit und komme
abends wieder heim. Jetzt zu kritisieren nützt wenig. Ich habe
ein Telefon zu Hause - ruft an, wenn ihr tagsüber etwas bemerkt,
das nicht gut läuft.» Finanzverwalter Max Ryf versuchte immer
wieder, Ruhe in die Diskussion zu bringen und erklärte mit einigen
Beispielen, wieso der Gemeinderat eine Steuererhöhung von bisher
100 auf neu 115 Prozent beantragt. Der Gemeinde würden Quellensteuern
fehlen, einerseits weil die Asylbewerber nicht mehr arbeiten dürfen,
andererseits weil eine Familie aus der Gemeinde weggezogen sei, die
viel habe zahlen müssen. Teuer zu stehen kommen die Gemeinde auch
die Kinder, die das Gymnasium besuchen. Neu wird nach effektiver Schülerzahl
pro Gemeinde abgerechnet, früher wurde das Schulgeld nach der Einwohnerzahl
berechnet. Die Wasserrechnung wird belastet durch die Lecks, die es
jedes Jahr zu flicken gibt. Das Leitungsnetz der Einwohnergemeinde sei
aussergewöhnlich lang, und der Druck in der Leitung sei speziell
hoch, weil es die Distanz bis hinauf auf den Balmberg zu überwinden
gelte.
Fast wie auf dem Basar
Bei der abschliessenden Abstimmung über die verschiedenen Traktanden
ging es dann fast wie auf einem Basar zu. Diverse Anträge wurden
gestellt. Als logische Folge auf den Nichteintretensantrag stellte Urs
Lüthi den Antrag, das Budget zurückzuweisen. «Der Gemeinderat
muss nochmals diskutieren und uns aufzeigen, wie es in Balm weitergehen
soll. Wenn wir so weiter haushalten, sind wir nicht mehr lange unabhängig»,
malte er «das Horrorszenario» an die Wand. 16 Personen beschlossen
Eintreten, 13 waren dagegen. Danach wurde der vorgeschlagene Steuersatz
von 115 Prozent mit 14:12 Stimmen abgelehnt. Ein Rückkommensantrag
auf diesen Punkt wurde mit grosser Mehrheit angenommen, und danach hagelte
es Anträge von 105, 110 und 115 Steuerprozent. Klar am meisten
Stimmen erhielt der Kompromissvorschlag Marianne von Rolls mit 110 Prozent.
Der Gemeinderat wiederum will die Einwohner in die Pflicht nehmen und
sie bei der Budgetierung für das Jahr 2008 miteinbeziehen. «Zeigt
uns, wo wir noch sparen können», meinte Emmenegger.
Abgelehnt wurde ein Antrag des Gemeinderates,
sich mit 2000 Franken am Neubau der Sesselbahn Weissenstein zu beteiligen.
Budgetvergleich
Laufende Rechnung (in 1000 Fr.) |
2006 |
2007 |
| Einnahmen |
675 |
742 |
| Aufwandüberschuss |
61 |
61 |
| Steuereinnahmen (total) |
425 |
453 |
| Cashflow |
-24 |
-12 |
| Gesamtabschreibung |
31 |
56 |
| Investitionsrechnung (in 1000 Fr.) |
|
|
| Nettoinvestitionen |
224 |
34 |
| Finanzierungsfehlbetrag |
248 |
46 |
| |
|
|
| Kennzahlen (in Prozent) |
|
|
| Steuerfuss natürliche Pers. |
100 |
110 |
| Steuerfuss juristische Pers. |
75 |
85 |
| Selbstfinanzierungsgrad |
|
19 |
Solothurner Zeitung / MLZ; 09.12.2006
Gemeinderat
ist abgeblitzt
Auszug aus dem Bericht des Solothurner Tagblatt: ... Die Laufende Rechnung
schliesst bei einem Aufwand von 800000 Franken mit einem Defizit von
60700 Franken. 31 der 194 Einwohner waren am Donnerstag zur Gemeindeversammlung
erschienen. Knackpunkt war die vom Gemeinderat beantragte Anhebung der
Steuern von 100 auf 115 Prozent für natürliche Personen. Zu
reden gab auch die Verteuerung der Wassergebühren, die von bisher
2.70 auf 3.50 Franken festgelegt werden sollten.
«Nichteintreten auf den Voranschlag 2007» lautete kurzerhand
der Antrag von Urs Lüthi. Er forderte ein realistisches Budget.
Mit 10 zu 13 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. «So viele Möglichkeiten,
das Budget herunterzubringen, haben wir nicht», stellte Gemeindepräsident
François Emmenegger klar. Treuhänder Max Ryf rief in Erinnerung,
dass schon in den letzten paar Jahren kein ausgeglichenes Budget geschafft
werden konnte. Bei so kleinen Einwohnerzahlen seien insbesondere die
Steuereinnahmen ein schwer vorhersehbarer Faktor.
Dramatische Entwicklung
Seine Übersicht zeigte: Auf ein Pro-Kopf-Vermögen von 475
Franken im Jahr 2004 folgte bereits 2005 eine Pro-Kopf -Schuld von 803
Franken. 2007 sei gar mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2108 Franken
zu rechnen. «Das sind dramatische Entwicklungen», so Ryf.
Die grössten Auslagen stehen bei der Bildung (309000 Franken),
der Sozialen Wohlfahrt (112000 Franken) und bei Umwelt und Raumordnung
(139000 Franken) an.
Zu diskutieren gaben das Wasserleitungsnetz und seine Kosten. Viele
Lecks müssen behoben werden. Franz Feller forderte ein systematisches
Vorgehen. «Ich bin überzeugt, dass die Zahlen alle stimmen»,
fand Lüthi schliesslich, forderte aber «ganz wahnsinnige
Massnahmen», um keine Defizite mehr einzufahren. «Aktiv
sparen» wurde aus den Reihen gefordert. Ryf wies darauf hin, dass
rund 85 Prozent der Ausgaben fremdbestimmt seien.
Die Laufende Rechnung wurde schliesslich mit 16 zu 13 Stimmen genehmigt.
Die Investitionsrechnung mit einem Aufwand und Ertrag von 34000 Franken
wurde einstimmig angenommen. Der Antrag des Gemeinderats, den Steuerfuss
auf 115 Prozent festzulegen, wurde mit 12 Ja gegen 14 Nein abgelehnt.
Nach einem Rückkommensantrag und den Anträgen Feller (105
Prozent), Marianne von Roll (110) und Lüthi (115), über die
in langem Prozedere abgestimmt werden musste, fiel schliesslich der
Entscheid deutlich für 110 Prozent. Danach hatte der Antrag, sich
mit 2000 Franken an der neuen Sesselbahn Oberdorf-Weissenstein zu beteiligen,
keine Chance.
Solothurner Tagblatt, 9. Dezember 2006
Liebe Balmerinnen
und Balmer
Alle Jahre wieder.....
Auch in diesem Jahr laden uns zwei Familien ein, einen gemütlichen
Abend bei ihnen zu verbringen. Bitte notieren Sie folgende Daten in
Ihrer Agenda:
Familie Thesi Hasler, Balmweid 4, Balm
Freitag, 8. Dezember zwischen 18.30 – 21.00 Uhr
und
Familie Erika und Toni Niederberger, Berghof,
Balmberg
Freitag, 15. Dezember zwischen 18.30 – 21.00 Uhr
Alle Kinder und Erwachsene von Balm sind herzlich eingeladen,
bei diesen Adventsabenden teilzunehmen. Wir organisieren diese Anlässe,
um den neuzugezogenen Einwohnerinnen und Einwohnern Gelegenheit zu geben,
ihre Nachbarn und weitere Einwohnerinnen und Einwohner kennen zu lernen
und die „Alteingessenen“ schätzen es ebenfalls, sich
ungezwungen zu treffen. Ein gemütlicher Abend ist garantiert! Wir
wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Auf ein baldiges
Wiedersehn!
PS: Dürfen wir im kommenden Jahr bei Ihnen zu Gast
sein? Bitte melden Sie sich bei Ines Krähenbühl, Lilian Maradan
oder Brigitte Kocher. Vielen Dank!
Balm, im November 2006
Kein Happy
End in Sicht
Die neuen Pächter für das Kurhaus Balmberg sind in letzter
Sekunde abgesprungen. Die Ungewissheit macht Sorgen.
Ende Oktober hatte Rolf Eichenberger, Besitzer des Kurhauses Balmberg,
verkündet, er habe per Anfang November neue Pächter für
das Restaurant auf dem Berg gefunden. Doch im letzten Moment sind Melanie
Hauswirth und Fredy Boillat nun doch abgesprungen, bestätigt Eichenberger
einen entsprechenden Bericht in der «Solothurner Zeitung».
Sie hätten plötzlich zu viel Respekt vor dem Pachtzins gehabt,
sagt Eichenberger. Tiefer könne er nicht gehen, er lege so oder
so schon drauf. Ein solches Lokal berge natürlich Risiken. «Wenn
das Wetter mitspielt, läufts gut, wenn nicht, kommen kaum Gäste.»
Deshalb dürften neue Pächter nicht kurzfristig auf schwarze
Zahlen hoffen, die Rechnung müsse über zwölf Monate gemacht
werden.
Wie es weiter geht, ist unklarer denn je. Das Restaurant bleibt bis
auf weiteres geschlossen. Laut Eichenberger ist für Ende Monat
eine Gruppe von Selbstversorgern angemeldet. Als Hauswartpaar amten
Melanie Hauswirth und Fredy Boillat – denn zumindest die Wohnung
im Kurhaus haben sie vor ein paar Tagen bezogen. Derweil hofft Eichenberger,
noch vor dem Wintereinbruch eine Lösung zu finden.
Er ist nicht der Einzige: «Wir alle hier oben hoffen auf eine
baldige und langfristige Lösung», sagt Elisabeth Bucheli
vom «Tannenheim», wo Seminare und Lager stattfinden. Es
sei eine unbefriedigende Situation, zumal nicht informiert werde. Die
Ungewissheit schade dem ganzen Balmberg. Auch Brigitte Kocher von der
Gemeindeverwaltung in Balm bei Günsberg bekommt mit, dass das Thema
die Leute beschäftigt. Sie habe schon mehrere Anfragen von Interessenten
erhalten, welche auf dem Berg einen Imbissstand betreiben möchten.
Solothurner Tagblatt, 17. November 2006
Steuern
15 Prozent höher
Die Steuern sollen in Balm bei Günsberg um 15 Prozent für
die natürlichen und 10 Prozent für juristische Personen steigen.
Der Voranschlags 2007 von Balm sieht bei Einnahmen von 770000 Franken
einen Ausgabenüberschuss von 40000 Franken vor. Bei gleich bleibendem
Steuerfuss von 100 Prozent würde die Laufende Rechnung mit einem
Verlust von 90 bis 100000 Franken schliessen. «Man kann keinen
Viertel der Steuereinnahmen als Verlust ausweisen», betonte Treuhänder
Max Ryf. «Wir waren schon letztes Jahr in einer ähnlichen
Situation», sagte Gemeindepräsident François Emmenegger.
Da hatte der Souverän nur einer Steuererhöhung von fünf
statt der vom Rat vorgeschlagenen 10 Prozent zugestimmt. «Schon
da haben wir kommuniziert, dass wir so nicht weiter können»,
sagte Emmenegger. Auch bei der empfohlenen Erhöhung um 15 Prozent
gehöre Balm immer noch zu den Gemeinden mit den tieferen Steuersätzen
im Kanton, das dürfe man nicht vergessen. Es gebe zwei Punkte,
wo man nicht wissen könne, wohin sie sich bewegen: Beim Sozialen
und bei den Steuereinnahmen. Die meisten Aufwendungen seien fix vorgegeben,
Einsparungen somit nicht möglich. Handlungsbedarf sah Ryf bei den
Wassergebühren. «Ich habe Angst vor dem Verlust in diesem
Jahr», sagte er. Man müsse sich bewusst sein, dass Balm eines
der grössten Wassernetze im Kanton habe. Der Rat diskutierte die
Änderung des bestehenden Wasserreglements. Neu soll Mitte Jahr
eine feste Grundtaxe für den Wasseranschluss erhoben werden, zu
einem späteren Zeitpunkt die Kosten für den Verbrauch in Rechnung
gestellt werden. Da bei den Kehrichtgebühren 2006 mit einem Gewinn
gerechnet werden kann, beschloss der Rat, die Kehrichtgebühren
pro Haushalt und Einheit um 5 Franken zu reduzieren, was einer Reduktion
von 10 Prozent entspricht.
Solothurner Tagblatt, 17. November 2006
Kurhaus Balmberg: Rechtzeitig
eine Lösung gefunden
Die Besitzerfamilie Eichenberger hat für das Kurhaus auf dem Balmberg
neue Pächter gefunden – das Restaurant soll ab dem 1. November
wieder geöffnet sein. Oberstes Ziel bleibt jedoch der Verkauf.
Rolf Eichenberger ist ein Stein vom Herzen gefallen. «Ja,
wir haben Pächter gefunden», sagte er gestern. Dieses Wochenende
würden die Verträge unterschrieben. Die Neuen kennen den Betrieb:
Melanie Hauswirth hat unter Eichenbergers ein Jahr lang als erste Köchin
im Restaurant gearbeitet. Unterstützt wird sie von ihrem Partner
Fredy Boillat. «Diese Lösung haben wir schon früher
diskutiert. Aber zuerst sah es danach aus, als ob sie nur zu Spitzenzeiten
öffnen wollten. Jetzt gibts einen Dauerbetrieb», verrät
Eichenberger. Bereits ab 1. November soll das Restaurant wieder geöffnet
sein. Eine Nachricht, welche Skifans und die Betreiber des Skilifts
gleichermassen freuen dürfte: Ein zusätzlicher Saal soll während
der Wintersaison Verpflegungsengpässe verhindern. Später sollen
Seminar- und Hotelbetrieb dazu kommen.
Unzufriedene Skigäste
Auf die neuen Pächter wartet eine anspruchsvolle Aufgabe –
immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Wechseln. Mit dem Bereitstellen
eines zusätzlichen Saals zu Spitzenzeiten dürfte zumindest
ein Problem aus der Welt geschafft sein. Denn dieser Punkt gab in der
vergangenen Saison zu Reklamationen Anlass, wie Eichenberger einräumt.
Auch Guido Sterki von der Sportanlagen Balmberg AG sagt, dass deswegen
viele Skigäste unzufrieden gewesen seien. «Skifahrer wollen
sich schnell verpflegen.»
Bei all den Diskussionen um das Kurhaus geht gerne vergessen, dass es
auf dem Balmberg noch andere Restaurationsbetriebe gibt – die
Restaurants Vorderbalmberg und Mittlerer Balmberg. Das Restaurant Vorderbalmberg
hat seine Öffnungszeiten ausgedehnt, seit das Kurhaus leer steht.
«Leider haben wir keine Skipiste direkt vor dem Haus, aber auch
bei uns hält das Postauto», sagt Heinz Thiel. Er verstehe
nicht, weshalb so viele Leute den Balmberg mit dem Kurhaus gleichsetzen.
«Ständig gibt es dort Wechsel. Dabei gibt es genügend
Restaurants, welche jahrelang und mit Erfolg von den selben Leuten geführt
werden.»
In der Tat hatten Eichenbergers auf dem Balmberg ein kurzes Gastspiel.
Die Familie hatte das Kurhaus vor zwei Jahren gekauft. Sie führten
den Betrieb unter dem Motto «Aufbruch zum Wesentlichen».
Aufgrund von Eheproblemen kehrten sie dem Balmberg im September den
Rücken. Seither war das Restaurant geschlossen. Mit dem Pachtvertrag
sind sie nun die gröbsten finanziellen Sorgen los. Die Suche nach
einem Käufer läuft aber weiter.
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Im Internet ausgeschrieben: «Reine
Kostendeckung»
Das Kurhaus Balmberg ist im Internet zum Verkauf
ausgeschrieben. Der Preis: 995 000 Franken, inklusive 100 000 Franken
für das gesamte Inventar. Der Zustand des Hauses mit Baujahr 1900
wird mit «ausbaufähig» beschrieben. Eichenberger sagt,
dass das Kurhaus für sie kein Spekulationsobjekt sei. «Uns
geht es um reine Kostendeckung.» Er bestätigt, dass dies
ungefähr der Preis sei, den sie gezahlt hätten. «Ein
Verkauf bleibt das oberste Ziel, doch rechnen wir nicht kurzfristig
mit einer Lösung, auch wenn aktuell mit vier Interessenten Gespräche
geführt werden», sagt Eichenberger. Ein Immobilienhändler
wurde mit dem Verkauf beauftragt.
Solothurner Tagblatt, 26.10.06
Balmberg: So zu war das Kurhaus
noch nie
Keinen Kaffee in trauter Zweisamkeit, kein kühles Blondes nach
der Wanderung, kein Mittagessen mehr. Das Kurhaus Balmberg ist seit
dem 23. September zu. Was die Menschen davon halten, die trotzdem hinauf
an die Sonne gehen.
Geschafft! Auf dem Balmberg angekommen, möchten die Frau im Deuxpiece
und der Mann im Anzug nun endlich ihren verdienten Kaffee trinken. Die
Morgensonne wärmt die Terrasse des Kurhauses, und mit Blick über
die dicke Nebelsuppe wäre ein Kaffee doppelt so gut. Doch auf der
Terrasse werden die beiden nicht bedient. Nicht mehr. Ein Schild macht
auf die Schliessung "bis auf Weiteres" aufmerksam. Der überquellende
Kehrichteimer beweist, dass sich niemand mehr um den Betrieb kümmert.
Zwar sind die Fensterläden offen, und durch den Schmutz auf den
Fensterscheiben sind Tische und Stühle auszumachen. Auch Pflanzen
schmücken die Gaststube - allerdings sind sie bereits leicht braun.
Die Business-Leute kehren um. "Dann gehen wir halt in den <Mittleren
Balmberg>", sagt sie. Sie sind von Solothurn her gekommen, "auf
einen Kaffee". Ob zwischen den beiden mehr als eine Geschäftsbeziehung
herrscht, ist schwer zu sagen. Im Kurhaus jedenfalls, wären sie
an diesem Morgen ungestört. Verlassen ist die Schaukel, die zu
hoch ist für ein Kind und zu schmal für einen Erwachsenen.
Im Töggelikasten hat sich Laub angesammelt. Die Rutschbahn hat
ihre Farbe verloren. "Schade für den Balmberg." Toni
Niederberger fährt im Traktor am Kurhaus vorbei zu seinem Bauernhof.
Er stoppt den Motor. Seit 25 Jahren bauert er auf dem Berg. "Etwa
zehn Wirte" hat er erlebt. Verstehen kann er die häufigen
Wechsel nicht. "Im Winter ist das Kurhaus täglich voll."
Aber wenn man am Abend schliesst, wenn die Leute fürs Nachtskifahren
kommen, dann fehle halt Ende Jahr das Geld. Er hofft, dass sich bald
wieder ein Pächter findet. "Das wäre gut, für uns
alle hier oben."
Das Postauto fährt vor. Chauffeur Ernst Blum dirigiert das Fahrzeug
um die Kurve und hält an. Seit 30 Jahren macht er das. "So
zu wie jetzt war das Kurhaus noch nie." Es habe immer einen Pächter
gegeben. Die Situation jetzt sei untragbar. "Die Leute steigen
aus, gehen zum Kurhaus, drehen um und lassen ihren Frust bei mir aus."
Das sei doch kein Zustand, muss sich der Chauffeur immer wieder anhören.
Findet er auch. Dass er nun auf seinen 10-Minuten-Kaffee verzichten
muss, sei noch das kleinere Übel. "Der nächste Wirt wird
es schwer haben", prophezeit er. "Die Gäste werden nicht
mehr kommen." Mit dem Postauto ist eine Ladung älterer Menschen
auf den Balmberg gekommen. "Wir kommen öfters", sagt
Hans Lischer, der sich mit seiner Frau Irma gerne einen Kaffee im Kurhaus
genehmigt hätte. Um anschliessend hinunterzuspazieren, in den "Mittleren
Balmberg", und dort zu Mittag zu essen. Auf den Kaffee müssen
die beiden verzichten. "Jetzt gehen wir halt direkt hinunter."
Unten, im Restaurant Mittlerer Balmberg, herrscht Hochbetrieb. "Ich
habe keine Zeit", wehrt Wirtin Therese Deppeler ab. Nur kurz. Während
sie antwortet, rüstet sie den Salat. Ja, seit das Kurhaus zu ist,
haben sie viel mehr Leute. "Fast zu viele." Jetzt gehe es
noch, was aber, wenn die Skifahrer kommen? "Wir sind beide über
60 und wollten eigentlich kürzer treten." Stattdessen arbeiten
sie nun 16, 17 Stunden am Tag. Bald ist Mittag. Die Gaststube füllt
sich. Und unter den Gästen: Die beiden vom Morgen. Im Business-Anzug
sitzen sie da. "Nur für einen Kaffee" seien sie auf den
Balmberg gekommen.
MLZ; 19.10.2006
Günsberg: Mittagstisch
- Das Angebot ist ausbaubar, muss aber zuerst noch bekannter werden
Der Mittagstisch für Schulkinder
in Günsberg soll sicher bis Ende Schuljahr angeboten werden. Nach
einer kurzen Testphase haben die Verantwortlichen entschieden, das Angebot
weiterzuführen.
Im August - mit Beginn des Schuljahres - startete der Mittagstisch für
Schulkinder in Günsberg. Bis zu 15 Kinder assen bis zu den Herbstferien
jeweils am Dienstagmittag gemeinsam im so genannten «schwarzen
Keller». Dieser ist in der Zwischenzeit allerdings weiss gestrichen
und mittagstisch-tauglich umgerüstet worden. Nach den Herbstferien
wird die Zahl weniger, so viel wissen Stefanie Burkhard Schmid, die
Leiterin des Mittagstisches, und Claudia Eng, Präsidentin des Vereins
Mittagstisch Günsberg, schon.
Weil es im Schulhaus in Günsberg keine Kochmöglichkeit gibt,
wird das Essen von auswärts bezogen. Die Verantwortlichen konnten
das Essen bisher im Restaurant Balmweid in Balm holen und die leeren
Behälter am Nachmittag wieder zurückbringen. Das habe wirklich
gut funktioniert, und das Essen schmeckte den Kindern. Nach den Herbstferien
muss aber eine andere Lösung her. «Das Restaurant hat das
Essen neu berechnet und verlangt jetzt mehr, als wir zu Beginn abgemacht
hatten», so Claudia Eng.
Gehen es langsam an
Die Verantwortlichen gehen die Umsetzung des Projektes Mittagstisch
langsam an. Eine Bedürfnisabklärung habe gezeigt, dass Dienstag-
und Freitag- mittag ideal seien. «Weil am Dienstagmittag alle
Klassen Schule haben, sind wir mit dem Dienstagsangebot gestartet.»
Das Angebot könne ausgebaut werden, wenn sich zeige, dass dies
nötig sei. «Das heisst dann aber auch, dass wir mehr Betreuungspersonal
finden müssen», so Claudia Eng.
Obwohl die Kinderzahlen nach den Ferien zurückgehen, soll der Mittagstisch
bis Ende Schuljahr definitiv angeboten werden. «Es braucht Nachhaltigkeit,
wenn das Angebot ein Erfolg werden soll», sind sich Eng und Burkhard
einig.
Grossen Wert legt Claudia Eng auch darauf, dass der Mittagstisch in
Günsberg keine Konkurrenz zur Tagesschule in Niederwil sei.
Gemeinsam schmeckts besser
«Wir betreuen die Kinder nur während der Mittagspause. Es
hat sich zudem einfach gezeigt, dass die Günsberger Eltern es schätzen,
ihre Kinder in der Gemeinde versorgt zu wissen und sie nicht ins Nachbardorf
schicken zu müssen.» Stefanie Burkhard Schmid freut sich
immer auf den Mittagstisch. «Es macht den Kindern Spass, gemeinsam
zu essen. Es geht wie in einer grossen Familie zu und her. Ausserdem
ergeben sich hier auch soziale Kontakte, die sonst in der Schul- oder
Freizeit nicht unbedingt zustande kämen.» Beispielsweise
würden sich die Grossen ganz selbstverständlich um die Kleineren
kümmern.
Auch nur für einzelne Mittagessen
Das Mittagessen wird zu einem Preis von 8 Franken pro Kind angeboten.
Darin ist auch das Getränk enthalten. Zusätzlich kommt pro
Kind ein Betreuungsbetrag von 8 Franken dazu. Der Betreuungsbetrag wird
bei Familien mit mehreren Kindern abgestuft.
Der «schwarze Keller» wird von der Gemeinde zur Verfügung
gestellt. Auch die Renovation erfolgte auf Kosten der Gemeinde. Dies
allerdings auch im Hinblick auf die grossen Blockzeiten, die ab nächstem
Schuljahr eingeführt werden. Dann wird der Kellerraum möglicherweise
in Randstunden durch die Schule genutzt. Der Verein Mittagstisch kann
zudem auf eine Defizitgarantie der Gemeinde zurückgreifen, wenn
dies nötig sein sollte. Das Angebot ist selbsttragend, sobald mindestens
fünf Kinder den Mittagstisch besuchen.
Anmeldungen für den Mittagstisch können jederzeit - jeweils
bis Freitag - bei Stefanie Burkhard Schmid, Gehracker 5, Tel. 032 637
28 09, erfolgen. Die Kinder können auch nur einzelne Dienstage
besuchen. Eben erst wurde den Schulkindern der Anmeldezettel bis Ende
Januar abgegeben.
Solothurner Zeitung / MLZ; 02.10.2006
Kurhaus:
Noch heute geöffnet
Ab morgen (23. September) ist das Kurhaus Balmberg für die Öffentlichkeit
geschlossen. Noch hat kein neuer Käufer unterschrieben.
Rolf Eichenberger verlässt den Balmberg in den nächsten Tagen.
Der Besitzer des Kurhauses Balmberg hatte Anfang August angekündigt,
dass er für das Kurhaus aufgrund familiärer Veränderungen
einen neuen Käufer sucht. «Es gibt verschiedene Kauf- und
Mietinteressenten, aber unterschrieben ist nichts», gibt er Auskunft.
Nächste Woche würden noch einmal zwei Gespräche stattfinden.
Ein fliessender Übergang sei eher unwahrscheinlich. Heute Freitag
ist das Restaurant für die Öffentlichkeit das letzte Mal geöffnet.
Ab morgen Samstag stehen nur noch geschlossene Gesellschaften auf dem
Programm.
Solothurner Tagblatt, 22.09.06
Pferde sind
ihm wichtiger als Titel
Mit seinem Pferd Regent wurde er eben erst Schweizermeister der «Dressur
Elite 2006». Am Samstag fährt das Paar an die Weltreiterspiele
nach Aachen. Ein Leben ohne Pferde kann sich Christian Pläge nicht
vorstellen.
«Würde man mir die Pferde
wegnehmen, wäre es, wie wenn man mir einen Arm wegnehmen würde»,
sagt Christian Pläge. Seine Augen sind dabei auf drei Reiterinnen
gerichtet, die in der Reithalle des Zucht- und Ausbildungszentrums für
Dressurpferde in Balm bei Günsberg am trainieren sind. Immer wieder
seine Zwischenrufe. Anweisend, korrigierend oder lobend. «Ich
bin in einem Reitbetrieb in der Nähe von Düsseldorf aufgewachsen.»
Mittlerweile besitzt der Deutsche auch den Schweizer Pass.
Erster Ritt mit zwei Jahren
Im elterlichen Betrieb wurden alle klassischen Disziplinen geritten:
Dressur, Springen und Military-Reiten. Als Zweijähriger sass er
bereits auf Pferden, auf dem Schoss seines Vaters. «Ich war fünfjährig,
als ich meine erste Show vor Publikum zeigte.» Seine sportliche
Karriere begann er mit 14 Jahren.
Gefragt nach seinem grössten Erfolg nennt er weder seinen ersten
Platz heuer an der Schweizermeisterschaft, noch seine beste Einzelplatzierung,
den 6. Rang im Weltcupfinale 2003 in Schweden. «Mein persönliches
Meisterstück ist, dass ich es geschafft habe, ein Pferd ohne besondere
Fähigkeiten bis zum Grand-Prix auszubilden», sagt Pläge.
Und das, obwohl Fachleute gesagt hatten, das mache keinen Sinn.
«Jedes Pferd ist unterschiedlich in Charakter und Temperament»,
erklärt er. Wer ein Pferd reiten wolle, müsse dessen Psyche
kennen. Ein ruhiges und sicheres Auftreten dem Pferd gegenüber
sei sehr wichtig. In seiner Reaktion sei das Pferd stets ein Herdentier.
«Wenn Sie auf ein Pferd zehn verschiedene Menschen setzen, sehen
Sie zehn verschiedene Pferde vor sich», betont er. Das Pferd habe
die Gabe, sich in einer Zehntelsekunde auf einen Menschen einzustellen,
spüre instinktiv, ob ein aggressiver oder ruhiger Mensch mit ihm
arbeite – und ob der Reiter willensstark sei, erklärt Pläge.
Vielfältige Kommunikation
Aber wie dressiert man ein Pferd? «Schon der Züchter arbeitet
an der Bindung des Pferdes an den Menschen», erklärt er.
Die Fohlen würden an Tagesabläufe gewöhnt, man fasst
sie überall an, schafft Vertrauen. «Bei der Ausbildung kommunizieren
wir auf sehr vielfältige Art mit dem Tier», sagt er. Und:
Auf den Tonfall komme es an. Hals, Kopf, Flanke, Rücken und Beine
würden berührt, um etwa Zufriedenheit auszudrücken. Und
beim Dressieren brauche es die Belohnung: Das Lob, ein Klopfen der Hand
am Hals, oder den Würfel Zucker. Auch das Abbrechen und Beenden
einer Übung zeige dem Pferd: «Du hast es gut gemacht.»
«Heute steht mir mit Regent (14), ein absolutes Ausnahmepferd
zur Verfügung, mit dem ich auf weltmeisterlichem Parkett unterwegs
sein darf», schwärmt Pläge. Seit sechs Jahren sind die
beiden ein Team und gehören zur Schweizer Equipe. An der Mannschaftsprüfung
bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen (22./23. August) sei das Ziel,
ein gutes Mannschaftsergebnis zu erreichen, und Christian Pläge
hofft, bis in den Final der Einzelwertung zu kommen.
Solothurner Tagblatt, 14.08.06
Kurhaus
Balmberg: Schon wieder muss neue Lösung her
Viel Lob gabs in den letzten zwei Jahren für das Kurhaus Balmberg.
Doch Ende September ist Schluss mit der Ära Eichenberger. Wegen
Eheproblemen sagen sie dem Kurhaus Adieu. Jetzt wird ein Käufer
gesucht.
Als das Ehepaar Romy und Rolf Eichenberger das Kurhaus Balmberg erwarb
und im Herbst 2004 unter seiner Leitung eröffnete, waren die Hoffnungen
gross: Oft genug hatte es in den Jahren zuvor Pächterwechsel gegeben.
Und sie schienen mit ihrem Konzept «Aufbruch zum Wesentlichen»
aufs richtige Pferd zu setzen. Sowohl das Restaurant als auch der Seminarbetrieb
waren gut ausgelastet, Gäste äusserten sich positiv. Ende
September schliessen sich jedoch die Türen des Kurhauses –
weil die Ehe nicht mehr funktionierte.
«Blöder» Zeitpunkt
«Die Trennung kam von mir aus, und zugegebenermassen zu einem
blöden Zeitpunkt», erzählt Rolf Eichenberger. Längere
Zeit sei danach unklar gewesen, wie es mit dem Kurhaus weiter gehe.
Nachdem sich seine Frau entschlossen habe, gemeinsam mit den drei Kindern
auszuziehen, habe er das Haus alleine weiter führen wollen. Doch
mit einem solchen Betrieb sei es schwierig, jeden Monat die Unterhaltskosten
zu zahlen. «Es gibt Monate, die sehr gut laufen, aber auch andere,
wo es eng wird. Dieses Risiko ist mir zu gross.» Deshalb tritt
er im Oktober auf der Amtsvormundschaft Lenzburg eine neue Stelle an
– und kehrt so quasi zu seinen Wurzeln zurück, war er doch
vor dem Abenteuer Balmberg Geschäftsführer des Behindertenheims
Oberwald in Biberist. Romy Eichenberger arbeitete dort als Werkstattleiterin.
Noch bis Ende September läuft der
Betrieb wie gewohnt, die gebuchten Seminare finden statt. Was danach
folgt, steht in den Sternen. Den vier Mitarbeitern wurde per Ende September
gekündigt. Es sei denn, bis dann findet sich ein Käufer. Doch
Rolf Eichenberger macht sich keine Illusionen. «Es ist schwierig,
einen solchen Betrieb kurzfristig zu veräussern. Wir rechnen daher
mit ein bis zwei Jahren, bis eine definitive Lösung gefunden wird.»
Vorderhand sei geplant, den Betrieb ab Oktober an Selbstversorger –
beispielsweise für Schullager – zu vermieten. Ein Ehepaar
wird die Hauswartsaufgaben übernehmen.
Und verpachten?
Zur Diskussion stand auch, den Betrieb zur Pacht auszuschreiben. Rolf
Eichenberger ist diesbezüglich jedoch skeptisch. «Es braucht
viel Herzblut und Einsatz, um ein Haus in dieser Grösse zu führen.
Eigentümer sind dazu logischerweise eher bereit als Pächter»,
führt er aus. Er ist aber nach wie vor überzeugt, dass sich
das Kurhaus rentabel führen lässt. «Hier lassen sich
noch innovative Ideen umsetzen. Der Abschied fällt mir nicht leicht.»
Vom Ende dürfte auch der Skiliftbetrieb betroffen sein, verpflegten
sich doch viele Skifahrer und Snowboarder jeweils im Kurhaus Balmberg.
Solothurner Tagblatt, 8. August 2006
Christian
Pläge mit Regent fehlerlos
Der vor zwei Jahren eingebürgerte
Deutsche Christian Pläge ist vor 2000 Zuschauern in Engelberg erstmals
Schweizer Dressurmeister geworden. Der erfahrene Reiter aus Balm bei
Günsberg verwies mit Regent die Vorjahressiegerin Silvia Iklé
mit Romario auf Platz 2.
Christian Pläge, der mit seiner Gattin in Balm bei Günsberg
einen Dressur-Ausbildungsstall betreibt, gewann mit Regent, einem 14-jährigen
Dänen Wallach, dank fehlerloser Programme und seines Sieges im
GP Spezial. Von seinem Pferd Regent schwärmt Pläge: «Der
für internationale Verhältnisse relativ kleine Dänen
Wallach besticht immer wieder durch seinen enormen Kampfgeist und seine
Bereitwilligkeit, auch höchste Anforderungen anzunehmen. Seine
stabile Gesundheit ist nur ein weiterer Pluspunkt.» Bereits seit
7 Jahren kann Christian Pläge auf das im Besitz von J. Didier stehende
Ausnahmepferd zählen. «Ich bin glücklich, auch weiterhin
mit Regent arbeiten zu dürfen!», fügt der frischgebackene
Meister dankbar hinzu.
Solothurner Zeitung, 19. Juli 2006
Christian
Pläge ist Schweizer Meister
Der vor zwei Jahren eingebürgerte
Deutsche Christian Pläge ist vor 2000 Zuschauern in Engelberg erstmals
Schweizer Dressurmeister geworden. Der erfahrene Reiter aus Balm bei
Günsberg verwies mit Regent die Vorjahressiegerin Silvia Iklé
mit Romario auf Platz 2.
Mit Rang 3 verblüffte die Luzerner Tierärztin Marcela Krinke
Susmelj nach ihren guten Debüt am CHIO Aachen (über 67 Prozentpunkte
im GP) erneut, gewann mit dem braunen Wallach Corinth Bronze und hat
sich damit, zusammen mit Pläge, Iklé und der Meisterschaftsvierten,
Marie-Line Wettstein/Le Primeur für die Weltreiterspiele in Aachen
empfohlen. Endgültig entscheidet die Selektionskommission am Donnerstag
in Bern.
Pläge hat seinen Erfolg vor allem seiner Erfahrung und seinem Sieg
im GP Spécial zu verdanken, in dem er fast drei Prozentpunkte
besser als Iklé mit ihrem Zweitpferd Romario abschnitt. Iklé
hielt sich mit den Erfolgen im Grand Prix und in der GP Kür schadlos.
«Romario war im Spezial zu sehr abgelenkt, weil ihn mehrere Bremsen
am Bauch störten. Aber Christian Pläge hat den Sieg verdient.
Er ritt am ausgeglichensten», meinte Iklé. Regent zeichnete
sich durch exakte Verstärkungen, gelungene Passagen und fehlerlose
Programme aus. Pläge besticht durch seine Ruhe und Nervenstärke.
Engelberg. Dressur. SM. Schlussklassement:
1. Christian Pläge (Balm bei Günsberg/SO), Regent 222,49.
2. Silvia Iklé (Niederhasli), Romario 220,42. 3. Marcela Krinke
Susmelj (Ebikon LU), Corinth, 215,67. 4. Marie-Line Wettstein (Wermatswil
ZH), Le Primeur 212,64. 5. Simone Staub (Bäretswil), Robespierre
209,53. 6. Daniel Ramseier (Hirzel), Golden Knight 208,89. – GP
Kür: 1. Iklé, Romario 77,60. 2. Pläge, Regent 77,50.
3. Krinke Ssmelj, Corinth 74,65. – GP Spécial: 1. Pläge,
Regent 73,24. 2. Krinke,Susmelj, Corinth 71,56. 3. Iklé, Romario
70,40. – Grand Prix: 1. Iklé, Romario 72,42. 2. Pläge,
Regent 71,25. 3. Wettstein, Le Primeur 70,88.
Solothurner Tagblatt, 17. Juli 2006
Massnahmen
gegen die Ambrosia
Wie man aus der Presse erfahren kann,
ist die Ambrosia eine Bedrohung für unsere Gesundheit. Deshalb
bitten wir die Einwohnerinnen und Einwohner wachsam zu sein, um das
Gedeihen der Pflanze zu verhindern. Junge Pflanzen können selber
ausgerissen und dem Kehricht mitgegeben werden (nicht kompostieren).
Blühende Pflanzen dürfen nur mit Feinstaubmaske und Handschuhen
entfernt werden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Gemeindewegmacher
Christian Lüthi (Tel. 032/637 22 05). Vielen Dank für Ihre
Mitarbeit!
Gemeinde Balm, Umweltkommission
Links: http://www.acw.admin.ch/themen/00576/01056/index.html?lang=de
oder
http://www.cps-skew.ch/deutsch/info_invasive_pflanzen.htm
Steuern
bleiben aus
Die Rechnung der Gemeinde Balm bei Günsberg
schliesst schlechter als budgetiert. Der Hauptgrund: 72'000 Franken
weniger Steuereinnahmen und höhere Ausgaben für die Sozialhilfe.
Das Budget für 2005 wies ein Defizit von 44'000 Franken aus. Daraus
wurde nun ein Fehlbetrag von 76'000 Franken. «Die Zahlen die ich
präsentieren muss, sind schlecht», konstatierte Treuhänder
Max Ryf. Nur dank einiger nicht vorhersehbarer Mehreinnahmen - beispielsweise
bei den Quellensteuern und bei den Einbürgerungstaxen - seien die
Zahlen nicht noch schlimmer ausgefallen. Insgesamt habe die Verschuldung
um 266'232 Franken zugenommen. Aus einem Pro-Kopf-Vermögen von
1'278 Franken Ende 2004 wurde innert eines Jahres ein Pro-Kopf-Verschuldung
von 800 Franken. «Wieso die Steuereinnahmen so zurückgegangen
sind, können wir nicht genau sagen», meinten Ryf und Finanzverwalterin
Jutta Roth. Spürbar sei, dass viele ältere Liegenschaften
in den letzten Jahren saniert wurden und die Abzüge bei der Steuererklärung
geltend gemacht wurden. «Bei wenigen Steuerzahlern fallen schon
kleine Veränderungen ins Gewicht.»
Leitung saniert
Auch die Investitionsrechnung fiel schlechter aus.
Dies, weil die Wasserleitung auf den Balmberg saniert werden musste.
Diese Sanierung fiel teurer aus als budgetiert. «Weil die Sanierung
notfallmässig erledigt werden musste, ging alles etwas schnell»,
so Gemeindepräsident François Emmenegger. Netto wurden im
Jahr 2005 245'309 Franken investiert.
Solothurner Zeitung / MLZ; 28.06.2006
«Loslassen
und an nichts denken»
Marco Grubert weiss, wie es im «Eurosat» aussieht. Als Präsident
des Schweizer Achterbahn Fanclubs hat er die nötigen Kontakte.
Am Wochenende besucht der Verein das Phantasialand – Nichtmitglieder
sind willkommen.
Die "Expedition GeForce" im deutschen Hassloch ist
der absolute Favorit von Achterbahn-Vereinspräsident Marco Grubert
muss nicht lange überlegen. «Ich fühle mich frei, muss
an nichts denken, kann loslassen. Und natürlich ist da dieser Adrenalin-Kick,
den ich immer wieder erleben will», erklärt er seine Faszination
für Achterbahnen. Der 19-Jährige aus Balm bei Günsberg
ist einer der grössten Freaks der Schweiz – schliesslich
gründete er vor drei Jahren gemeinsam mit einem Kollegen den Schweizer
Achterbahn Fanclub mit Sitz in Balm. Sie scheinen damit den Nerv der
Zeit zu treffen: Startete der Verein seinerzeit mit weniger als 10 Mitgliedern,
sind es heute schon deren 123 – wobei das jüngste Mitglied
9-jährig, das älteste 50-jährig ist.
Sonderrechte
Kein Wunder, denn die (übrigens noch kostenlose) Mitgliedschaft
zahlt sich aus: Weil der Verein gute Kontakte zu den Freizeitparks pflegt,
erhalten die Fans ab und zu Sonderrechte, welche den «normalen»
Besucher vor Neid erblassen lassen. «Wir können die Bahnen
manchmal ausserhalb der Öffnungszeiten nutzen, so dass das lästige
Anstehen wegfällt», erzählt Grubert. Selbstverständlich
würden dann auch gleich mehrere Durchgänge drinliegen. Im
sonst stockdunklen «Eurosat» im Europapark Rust liessen
die Parkbetreiber für die Fans aus der Schweiz einmal extra das
Licht brennen – mit der Folge, dass Grubert seither nie mehr die
Arme in die Höhe streckt. Es könne dort nämlich ganz
schön eng werden...
Gefährlich ist das Hobby aber nicht: Die Wahrscheinlichkeit, einen
Achterbahnritt nicht zu überleben, liegt gemäss einer Studie
bei 1 bis 1,5 zu einer Milliarde. «Die Anfahrt zu den Freizeitparks
ist da definitiv gefährlicher», sagt Grubert.
Silverstar? – Familienbahn!
Wieviele Bahnen er im Laufe der Jahre schon persönlich getestet
hat, weiss der Balmer nicht mehr. Zwischen 50 und 100 seien es aber
mit Sicherheit. Seine Lieblingsbahn trägt den Namen «Expedition
GeForce» und steht in der deutschen Ortschaft Hassloch. «Man
fällt senkrecht, und die Bahn macht eine schraubenförmige
Bewegung», erzählt er mit leuchtenden Augen. Und der «Silverstar»,
das Aushängeschild des Europaparks? Die sei auch nicht schlecht,
aber im Vergleich dazu eine Familienbahn...
Um die USA kommen wahre Achterbahnfreaks nicht herum – gibts doch
dort die grössten und verrücktesten Freizeitparks. Grubert
reist im Spätsommer für vier Wochen nach Kalifornien. «Aber
nicht nur der Achterbahnen wegen», betont er. Selbstverständlich
werde er jedoch dem einen oder anderen Park einen Besuch abstatten.
Und die Schweiz? «Bahnenmässig läuft nichts. Im nächsten
Jahr soll jedoch am Bodensee eine eröffnet werden», informiert
Grubert. Aber, was viele nicht wissen: Die Schweizer gehören zu
den besten Achterbahnbauern der Welt. So zeichnet die Intamin AG mit
Sitz in Wollerau für die höchste und schnellste Achterbahn
der Welt verantwortlich. «King da Ka» erreicht eine Geschwindigkeit
von über 200 km/h und ist über 140 Meter hoch.
Auch die Walliser Firma Bolliger & Mabillard ist dick im Geschäft:
Sie war am Bau der «Black Mamba» beteiligt, welche Ende
Mai im Phantasialand in Köln in Betrieb genommen wurde.
Beim Schweizer Fanclub ist man stolz auf die weltweit tätigen Achterbahnbauer.
In den Statuten ist denn auch die «Erhaltung der Schweizer Achterbahnfirmen»
als ein Vereinsziel festgehalten. An erster Stelle steht jedoch die
Durchführung gemeinsamer Besuche in Freizeitparks: «Es macht
noch viel mehr Spass, die Bahnen gemeinsam zu geniessen», sagt
Grubert. Dieses Wochenende steht deshalb ein Besuch im Phantasialand
in Köln an – schliesslich müssen sich die Freaks selber
überzeugen von den Qualitäten der «Black Mamba».
Solothurner Tagblatt,
15.06.06
Noch mehr Trainings?
Sollen die Jugendlichen ihr Motocross-Training am Mittwochnachmittag
absolvieren dürfen? Der Rat tendiert zu Nein.
Der Gemeinderat von Balm bei Günsberg hatte sich mit einer Anfrage
für ein zusätzliches Motocross-Training für Jugendliche,
das jeweils am Mittwochnachmittag geplant wäre, zu befassen. «Auf
das im Internet veröffentlichte Traktandum erhielt ich einige Anrufe»,
sagte Gemeindepräsident François Emmenegger auf Anfrage.
Der Rat habe noch nichts beschlossen, die Tendenz sei aber ein Nein.
«Wir können den Leuten nicht noch mehr Lärm zumuten»,
so Emmenegger. Balm befinde sich in einer Landwirtschafts- und Juraschutzzone
mit Wald. Sicher werde der Rat mit dem Kanton abklären, was es
für Möglichkeiten für allfällige Lärmschutzmassnahmen
gebe, klar sei aber auch, dass keine weiteren Lärmimmissionen mehr
zugelassen werden dürften.
Die Anfrage war eingereicht worden, weil der Motocross-Nachwuchs
im Alter von 6 bis 14 Jahren bisher jeweils am Abend zusammen mit den
Erwachsenen trainiert, was recht gefährlich ist. Da immer mehr
Junge mitmachen wollen, wurde vom Verein eine Ausgliederung des Nachwuchstrainings
vorgeschlagen. Am Mittwochnachmittag könnten die Jungen unter Aufsicht
des Trainingsleiters trainieren.
Solothurner Tagblatt, 20. Mai 2006
Mehr Platz
für Gäste
Die Infrastruktur auf dem Oberbalmberg stiess diesen Winter an ihre
Grenzen und soll auf nächste Saison hin verbessert werden.
Die Besucher des Oberbalmbergs können sich auf die nächste
Skisaison freuen: Es wird sich einiges ändern. Im vergangenen Winter
stiess die bestehende Infrastruktur deutlich an ihre Grenzen. Am Donnerstag
trafen sich deshalb alle involvierten Parteien – ein Anstösser,
ein Vertreter der Skiliftgesellschaft und das Wirtepaar des Kurhauses
– auf Einladung des Gemeinderats Balm zu einer Diskussionsrunde.
Von jeder Seite wurden die Probleme beleuchtet. Zur Sprache kam unter
anderem die WC-Situation. Man einigte sich darauf, abzuklären,
ob weitere Anlagen auf dem mittleren Parkplatz und bei der Talstation
Kählen eingerichtet werden könnten. Um das Verpflegungsangebot
auszubauen, regte die Skiliftgesellschaft an, Möglichkeiten bei
der Talstation Kählen abzuklären und zu prüfen, ob im
Kurhaus ein zusätzlicher Saal zur Verfügung gestellt werden
könnte. Dabei würde es sich um ein Angebot mit Bedienung handeln.
Diskutiert wurde ebenfalls, ob es eine Möglichkeit gäbe, dass
mehr Autos parkieren könnten. «Ideen sind
vorhanden und werden weiterverfolgt», sagte Gemeindepräsident
François Emmenegger auf Anfrage. Um abzuklären, welche Möglichkeiten
bestehen, müsse auch der Kanton involviert werden.
Solothurner Tagblatt, 22. April 2006
Ein Mittagstisch
genügt
Der Gemeinderat von
Balm bei Günsberg liess sich durch Renate Flury, Delegierte der
Schulkommission Günsberg, über das Projekt Mittagstisch der
Primarschule Günsberg informieren. «Wir sind nicht begeistert
von dem Vorhaben, insbesondere, weil in Niederwil bereits eine Tagesschule
besteht», sagte Gemeindepräsident François Emmenegger.
Und: Der Rat würde es begrüssen, wenn im Unterleberberg nur
ein Standort für einen Mittagstisch geschaffen würde. Man
müsse dafür sorgen, dass der Standort, wo auch immer er sei,
optimal genutzt und so längerfristig gesichert werde.
Solothurner Tagblatt, 8. April 2006
Treffpunkt Balmberg
Ski Müller, Kälin und
Accola an der Senioren-SM
Vize-Olympiasieger von 1994, Urs Kälin,
Ski-Legende Paul Accola und Peter Müller, der erfolgreichste «Flachländer»:
Ehemalige Skigrössen starten am Wochenende an den Schweizer Senioren-Meisterschaften
auf dem Balmberg.
Urs Brotschi, Selzach, zeigt stolz auf den Prospekt der Schweizer Senioren-Meisterschaften.
Der organisierende Skiclub Selzach ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn
es darum geht, Schneesportanlässe auf die Beine zu stellen. «Für
die Organisation der ersten offiziellen Schweizer Senioren Meisterschaften
auf dem Balmberg habe wir uns gerne gemeldet», sagt Urs Brotschi.
Er hofft, dass die Piste «Kählen» hält.
Spektakel garantiert
Gegen 250 Teilnehmer messen sich bei einem Slalom (zwei Läufe)
und einem Riesenslalom (ein Lauf). «Das ist eine Premiere»,
sagt OK-Präsident Urs Brotschi. Den Olympischen Winterspielen könne
man damit schon nicht standhalten. «Aber wir bieten auf dem Balmberg
trotzdem ein bisschen Spektakel», verspricht Brotschi. Sicher
mit dabei sind die drei ehemaligen Swiss-Ski-Cracks Urs Kälin,
Paul Accola und «Pitsch», Peter Müller. Der Olympia-
und WM-Medaillengewinner aus dem «Flachland» ist heute Geschäftsführer
von Blizzard und betreibt mit seinem Geschäftskompagnon Urs Kälin
einen Teststand. Ungewiss ist im Moment, ob auch Mike von Grünigen
mit von der Partie sein wird. «Ich hoffe es», sagt Brotschi.
Vor genau 20 Jahren organisierte der Skiclub Selzach die JO-Meisterschaften
des Nordwestschweizerischen Ski-Verbandes. Mit dabei der damals doppelte
Riesenslalom-Weltmeister (1997 in Sestriere und 2001 in St. Anton) und
Olympia-Dritte (Nagano 1998) Michael von Grünigen.
Genügend Schnee vorhanden
Tatkräftig unterstützt wird der Skiclub
Selzach für die Schweizer Meisterschaften Senioren durch die Bergbahnen
Balmberg und den Skiclub Günsberg. «Ein solcher Anlass ist
wie ein Puzzle, da muss jedes Teil stimmen», erklärt Urs
Brotschi. Die jüngsten Schneefälle und die momentan herrschenden,
kalten Temperaturen sollten zudem eine reibungslose Durchführung
des Anlasses auf dem Balmberg mit der Piste «Kählen»
gewährleisten.
Solothurner Zeitung, 3. März 2006
Lawine: Plötzlich
war alles dunkel»
Noch keine Woche ist es her, dass Sandro Müller unter der Lawine
begraben wurde, die am Balmberg niederging. Noch tut ihm jede Bewegung
weh. Aber: Er freut sich schon heute darauf, wieder auf den Berg zu
gehen.
Von Lawine im Jura verschüttet
Sandro Müller lacht viel. Und wenn er vom vergangenen Donnerstag
erzählt, leuchten seine Augen, als würde er von einem tollen
Abenteuer berichten. Dabei wars überhaupt nicht lustig, was dem
16-jährigen Automechaniker-Lehrling aus Günsberg passiert
ist: Er ist der junge Mann, der von der Lawine am Balmberg begraben
und erst nach viereinhalb Stunden gefunden wurde. «Rückblickend
wars für mich eben gar nicht so schlimm», sagt Sandro, fast
entschuldigend. «Als ich unter dem Schnee lag und meine Körpertemperatur
stetig sank, fiel ich wohl in eine Art Dämmerzustand.» So
hat er Lücken in seiner Erinnerung, auch wenn er wahrscheinlich
nie wirklich ohnmächtig war.
Risse im Schnee
Sandro war am Donnerstag gegen Mittag auf dem Balmberg aufgebrochen,
um Richtung Röti zu wandern. Zusammen mit drei Kollegen hatte er
schon die ganze Woche in der Skihütte auf dem Berg verbracht. «Wir
konnten schon am Tag zuvor nicht skifahren, und nun brauchte ich dringend
Bewegung», erzählt Sandro. Er stieg hoch zum Wanderweg, der
auf die Röti führt.
«Ich war vielleicht zehn Minuten unterwegs, als es richtig steil
wurde und ich tief im Schnee einsank», erzählt Sandro. Er
suchte sich einen Weg durch den Wald und gelangte schliesslich, weiter
oben, in eine kleine Lichtung. Dort geschah es: «Oben wars viel
flacher, und es hatte grosse Schneeverwehungen.
Plötzlich hörte ich ein Knacken, ich sah, dass sich über
mir im Schnee Risse bildeten.» Und schon fühlte Sandro, dass
er ins Rutschen kam. «Ich versuchte noch, zur Seite zu springen,
aber das konnte ich vergessen.» Sandro fand schnell heraus, wie
er sich verhalten musste: «Sobald ich mich zusammenkugelte, wie
einem eigentlich empfohlen wird, spürte ich, dass ich unter den
Schnee geriet.» Wenn er sich aber flach auf den Rücken legte,
blieb er an der Oberfläche und rutschte auf der Lawine zu Tal.
Sandro versuchte, so gut es ging, den Bäumen auszuweichen. Das
gelang nicht immer. «In einen Baum bin ich rücklings gedonnert,
da habe ich mir wohl die Verletzung an der Wirbelsäule zugezogen»,
vermutet Sandro.
Totenstille
Sandro erinnert sich an viele Einzelheiten. Etwa daran, dass in seinem
MP3-Player grade ein Stück der Red Hot Chili Peppers lief. Als
ob er alle Zeit der Welt gehabt hätte, sich jedes Detail einzuprägen.
Dabei dürften die Schneemassen eine Geschwindigkeit von über
hundert Stundenkilometern erreicht haben.
Sechshundert Meter weit rutschte Sandro, dann wurde das Gelände
flacher. «Ich war schon erleichtert, dachte, nun hast du es geschafft.»
Doch weit gefehlt: Hinter ihm donnerten noch weitere Schneemassen den
Hang herunter, sie begruben den jungen Mann unter sich. «Plötzlich
war es dunkel – und totenstill», sagt Sandro. «Ich
war eingemauert im Schnee, und dachte, hier findet dich niemand mehr.»
Er versuchte sich zu bewegen, aber mehr als ein paar Millimeter mit
Fingern, Zehen und dem Kopf lagen nicht drin. Tausend Gedanken gingen
ihm durch den Kopf – jene ans Handy in der Jackentasche etwa,
ganz nah und doch unendlich weit weg. «Aber wirklich Angst oder
gar Panik hatte ich keine Sekunde», wundert er sich selbst. Irgendwann
verlor er das Zeitgefühl – hier setzt auch seine Erinnerung
aus.
Im Spitalbett «erwacht»
Von der Bergung weiss Sandro überhaupt nichts mehr. «Meine
Erinnerung setzt erst wieder ein, als ich bereits im Inselspital war»,
sagt Sandro. Und zehn Minuten später konnte er schon wieder lachen
– in dem Moment, als seine Eltern ins Spitalzimmer kamen. «Ich
konnte nicht glauben, dass Sandro nach diesem schrecklichen Erlebnis
schon wieder so fröhlich war», sagt seine Mutter, Doris Müller.
Sie war duch die Hölle gegangen an diesem Nachmittag. Über
Mittag war sie weg gewesen, kam kurz vor zwei nach Hause und wunderte
sich, dass ihr Mann zu Hause war. «Er sagte: ‹Ich muss auf
den Berg. Sie finden den Sandro nicht mehr.› Ich hatte keine Ahnung,
wovon er redete, sagte aber, ‹ich komme mit›.» Erst
später, auf halbem Weg, hat Urs Müller seiner Frau von der
Lawine erzählt. «Mein Mann blieb äusserlich ganz ruhig,
und ich drehte fast durch.»
«Är schnuufet...»
Auf dem Berg begann das Warten. Zur Unglücksstelle liess man sie
nicht, Müllers warteten beim Kurhaus. «Ich tigerte ruhelos
umher – immer wieder kam der Einsatzleiter der Polizei vorbei,
und jedesmal fühlte ich einen Stich im Herz, dachte, nun kommt
er und sagt, mein Sohn sei tot.» Bis dann endlich, gegen Abend,
der Polizist zu ihr sagte: «Är schnuufet...»
Ausgestanden wars damit längst nicht. «Wir wussten nicht,
wie es Sandro ging, wie schwer seine Verletzungen waren.» Erst
später, im Spital erfuhren die Eltern, welch grosses Glück
ihr Sohn gehabt hatte. Eine Rückenverletzung und eine Milzverletzung,
die wieder vollständig ausheilen dürften, Prellungen am ganzen
Körper – noch schmerzt Sandro jede Bewegung. «Aber
wir wissen, dass es gut kommt. Das ist die Hauptsache», sagt Doris
Müller.
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Jede Menge Schutzengel
Dass Sandro Müller die Lawine überlebte, verdankt er einer
ganzen Reihe von Zufällen. Einmal, dass einer seiner Kollegen just
in dem Moment, als die Lawine niederging, beim «Brüggli»
am Kählenskilift war. «Er hörte ein Poltern, ging zur
Skihütte, und sah, dass ich nicht da war», erzählt Sandro.
Daraufhin seien zwei seiner Kollegen sofort losgezogen, um ihn zu suchen.
Gerade als sie zum Lawinenkegel kamen, in dem sich Sandros Spur verlor,
erhielten die beiden einen Anruf von Sandros Cousin. Sie schilderten
ihm, was passiert war, und Sandros Onkel, Kurt Müller, der die
Geschichte mitbekam, alarmierte sofort die Polizei.
Ein Rega-Helikopter, der zufällig gerade beim Spital in Solothurn
stand, war ebenfalls schnell zur Stelle. Aber der unglaublichste –
und schliesslich lebensrettende – Zufall: Als Bele Schmid, Skiliftbetreiber
auf dem Balmberg, und Hans Küpfer, Leiter der Skischule, mit ihren
Kollegen berieten, wie sie vorgehen wollten, standen sie genau an jener
Stelle, wo Sandro, anderthalb Meter unter der Oberfläche, begraben
lag. Die beiden hörten ein leises Wimmern – und kurze Zeit
später konnten die Rettungstruppen den 16-Jährigen bergen.
«Für uns ist klar, dass da eine höhere Macht im Spiel
war», sagt Doris Müller, und Sandro ergänzt: «Ich
hatte jede Menge Schutzengel, die aber ohne meine Kollegen und all die
Helfer auch nichts hätten ausrichten können. Ihnen werde ich
ewig dankbar sein.»
Solothurner Tagblatt, 21. Februar 2006