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Am
östlichen Beginn des mittelalterlichen Aufgangs Spuren eines
rückwärts an den Fels gelehnten Gebäudes (Mauerwinkel
und ausgehauene Balkenlöcher). Evtl. Tor-bau. Den ursprünglichen
Aufgang hat man sich als teils aufgemauerte, teils ausgehauene
Rampe vorzustellen. Die Funktion der längs dieser Rampe in
den Fels gemeisselten Balkenlöcher und Pfostenlager nicht
mit Sicherheit zu bestimmen (Baugerüst oder kleine Holzbauten?).
Die Kernburg besteht aus einem mehrgliedrigen Gebäudekomplex,
angelegt auf der Felsterasse im Bereich Grotte. Letztere selbst
durch eine starke Mauer geschlossen. Oeffnungen (Türen und
Fensterscharten) durch die Restaurierung verunechtet.
Ursprüngliche Höhe der Mauer unbekannt, der Oberbau
bestand evtl. aus Holz. An der rückwärtigen Wand der
Felsgrotte Reste von ausgehauenen Balkenlagern. Ueber allfällige
Binnenunterteilungen fehlen nähere Hinweise. Die ausgebaute
Höhle ist mit Sicherheit als Wohntrakt anzusprechen. Auf
dem schmalen Felsband vor der Abschlussmauer der Grotte weitere,
nicht eindeutig identifizierbare Mauerreste. Vielleicht Torbau
und kleine Zwingeranlage. Ausgehauene Balkenlager deuten auf eine
Fortsetzung dieses schmalen Traktes gegen das nordöstliche,
anschliessende Felsband hin.
Die nur unsystematisch gesammelten
Bodenfunde (Hist. Mus. Olten) belegen eine Besiedlung der Burg
Balm zwischen der Jahrtausendwende und der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Mutmassliche Erbauer sind die edelfreien Herren von Balm, die
im Jahrzeitenbuch von Flumenthal (wohl 12. Jh.) mit Fridericus
von der Hüli und dessen Sohn Guntram erstmals erwähnt
werden. Burkart von Balm ist urkundlich um 1200 bezeugt. Die Burg
Balm bildet den Mittelpunkt einer kleinen, erst im Spätmittelalter
näher fassbaren Rodungsherrschaft, die ungefähr mit
dem späteren Gemeindebann Balm identisch ist. Das Besitzschwergewicht
der Freiherren von Balm liegt indessen im Oberaargau, wo im 13.
Jh. als Herrschaftszentrum und bevorzugter Wohnsitz des Geschlechtes
die Feste Altbüron bezeugt ist. Balm wird damals wohl nur
noch von Dienstleuten bewohnt. Verwandtschaftliche Beziehungen,
vielleicht sogar Stammesgleichheit mit den führenden Familien
edelfreien Standes im Oberaargau, mit den Altbüron, Langenstein,
Grünenberg etc., sind anzunehmen. Die Unsicherheit der Quellenlage
gestattet indessen keine sicheren Schlüsse auf die Herkunft
der Freiherren von Balm. Möglicherweise handelt es sich bei
dem Geschlecht um einen Nebenzweig des Hauses Altbüron. Nach
dem Aussterben der Hauptlinie um 1150 scheint jedoch deren Stammgut
im Oberaargau erbweise an den Nebenzweig gefallen zu sein. Ministerialgeschlechter
der Balm sind im Oberaargau sesshaft. Verwandtschaftliche Bindungen
und partikularistische Interessen veranlassen 1308 Rudolf von
Balm, sich am Attentat gegen König Albrecht zu beteiligen.
Ob wegen der über die Mörder ausgesprochenen Reichsacht
die Burg Balm zerstört worden ist, bleibt offen. Sicher fällt
Altbüron, der Hauptsitz des Geschlechtes, dem Rachefeldzug
zum Opfer. Ueber die Aufteilung des konfiszierten Familiengutes
erhebt sich ein längerer Rechtsstreit. Graf Otto von Strassberg
erhält u.a. die Herrschaft Balm als Reichslehen zugesprochen,
veräussert jedoch den Güterkomplex mit der Burg um 1320
an Ritter Pantaleon von Gebstrasse, der u.a. als Schultheiss von
Solothurn bezeugt ist. 1327/1336 geht die Herrschaft an die Grafen
von Nidau über. 1374 und 1376 Erwerbung der Feste Balm durch
Peter Schriber von Solothurn und dessen Sohn Petermann. Deren
Erbe, Arnold Bumann, verkauft 1411 alle seine Rechte auf Balm
an Solothurn. Oesterreich, an das die noch bestehenden Nidauer
Rechte gefallen sind, macht keine Ansprüche mehr geltend.
Die Burg befindet sich um 1400 in
einem verwahrlostem Zustand. Wie die Stadt Solothurn um 1417 die
Feste Balm gegen einen jährlichen Zins dem Hans Sigrist aus
Naters verleiht, verlangt sie eine gründliche bauliche Instandsetzung.
Sigrist erfüllt diese Verpflichtung nur unzureichend. 1421
erhält er Aufschub bis in den nächsten Frühling,
um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Obwohl die Bodenfunde eine
Belegung der Burg bis gegen 1450 bezeugen, scheint Schriber keine
grösseren Instandstellungsarbeiten mehr ausgeführt zu
haben. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ist die Burg eine Ruine.
Bezugsquelle: Burgen von A-Z / A.
Meyer / Basel 1981
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